Nachriegsliteratur

Zur deutschen Philologie nach Auschwitz

 

Bücher:

 

Literatur und Fahndung. 1978 – Ein Jahr Literaturwissenschaft konkret. Aufzeichnungen  (Hanser 1979). (= „Fahndung“)

 

Unmittelbar zur Epoche des NS-Faschismus. Arbeiten zur politischen Philologie 1978-1988 (Suhrkamp 1989). (= „Unmittelbar“)

Aus dem Inhalt:
„Am 11. November 1988.“ (Eingangs-Essay und Anmerkungen zur ‚Rettung des Präsidenten des Deutschen Bundestages Philipp Jenninger).

Diskursanalytische Variationen (1989):

I Das Babylonische Feld:  Marktbild – Sprachzerstreuung im Fluß – Ein Hörbild auf dem Gedenkmarkt (Juan Allende-Blin, Muttersprachlos [WDR 3 1985]) – Die Verwandlung der Tatsachen. Der Fall Höfer – Der ironische Versuch. Lacrimosa dies illa … (Hartmut Lange, Requiem für Karlrobert Kreiten, 1988) – Nach Auschwitz und zurück.

II Die neue Unmittelbarkeit: Gestörtes Marktbild – Die antisemitische Apparatur – ‚Archiv‘ – Archiv und Medien – Zur Topographie der Altnazi-Idyllen – Die Dauer der Dokumente – Die Lüge der Einfühlung.

III Noch einmal „1977“:  Urszene Kontaktsperre – Dichtung und „Gedenken“ – Dressur – Zum Wiederlesen empfohlen Hegels Einspruch gegen ‚falsche‘ Unmittelbarkeit.

Deutschwissenschaft 1933 (Walter Benjamin im Exil. Erkenntniskritische Überlegungen zur ‚Vergangenheitsbewältigung‘ in der deutschen Literaturwissenschaft). (1983, Archiv Uni Hamburg): Selbstverwirklichung in Einheit: „Mensch werde deutsch“b – Der Germanist als Kulturchef. „Geistige Kultureinheit (Goebbels), eine Sprecherstudie Ausgrenzung, Übereinstimmungssucht und Krieg und … (Faschistischer Situationsappel) – Zürich 1939 oder: Die ‚Schleife‘ zurück zum Neopositivismus.

„1933“. Die Ergreifung der Monade. Oder: auf welche Sozialgeschichte beruft sich die Systemtheorie (1986): Gegen die „Funktionale Literaturwissenschaft – Das Verderben einer Kategorie: Heidegger 1933 – „Gespräch“ in der Alltäglichkeit des tötenden Miteinanderseins?

„1968“. Debatten im logischen Raum. Ein Versuch (1988): Vorbemerkungen und ‚Die Anmerkung 37‘ (zu George Steiners „Das hohle Wunder“ 1960/1968) Das liberale Management – Handke im logischen Raum? „Totgeborenen Sätze“ – Literatur in der Leere des logisch-realistischen Raums.

Fragment über ‚Politische Lyrik‘. Ein antipoetologischer Versuch (1984): Die Begegnung des Objektiven mit dem Subjektiven – Widerstand. Ein Bewertungsversuch in formalen Reflexionen – Prometheus? Der eigene Schmerz im Widerspruch zur Geschichte. Adam Kuckoffs politische Lyrik 1943. Eine Rekonstruktion – Schluß mit Hölderlin.

 

Gegenwartsliteratur seit 1968. Hg. zusammen mit Sigrid Weigel (Hanser 1992).

‚Aufbruch 1968‘. Der Mythos vom Neuanfang
Literatur in der Revolte / Revolte in der Literatur – Vergangenheit in der Gegenwart- Negative Symbiose

‚Realismus‘
Weiterschreiben! Wege zu einer literarischen ‚Postmoderne‘?: I. „Das Elend des Realismus“ (Wolfgang Hildesheimer) oder die nicht mehr geführte Debatte – II. Deutscher Katastrophismus 1983-85 – III. Schreiben in der Leere.

 

„1968“. Literatur in der antiautoritären Bewegung (Suhrkamp 1993)

Nach-Moderne 1968: Ein Rückblick (Eingangsessay)

I. Ursprungslinien der Revolte: „Ur-Erwartungen der Menschheit“. Die „situationistische“ Avantgarde – Die Kunst bleibt auf der Strecke – Momentaufnahme 22. Juni 1966 Freie Universität.

II. Die Provokationsspirale in Westberlin bis zum 2. Juni 1967: „Direkte Aktion“ – „Feinde“ 1966/67 – Das Ende der Satire – Ende der Satire und Literaturtheorie April/ Mai 1967.

III. Gammler, NS-Trauma, Endspiel: Reinhard Lettau und der Stadtdiskurs – Aussperrung aus Berlin – Handeln und Schreiben – Exkurs: „Täglicher Faschismus“ – Zeitgericht – Horror – Kommune.

IV. Die Abwehr der surrealistischen Provokation: Die nationale Veröffentlichung der Revolte – Literaturbetrieb, literarisches Sprechen, Nachrichtendienste – In „unserer demokratischen Hauptstadt“ – „… alles Mögliche über Kunst gehört“ (Literaturtheorie Juni/ Juli 1967) Blut oder Tränen?

V. Momentaufnahmen 1967/ 68: Adorno in Berlin 7-9. Juli 1967. Iphigenie – Marcuse in Berlin 9.-12. Juli 1967. Ent-Täuschung – Junge Schriftsteller Juni 1967 – Herbst 1967. Störungen im Literaturbetrieb: „Wenn dieses Buch ein Maschinengewehr wäre …“ / „Rote SA“. Pulvermühle, Samstag 7. Oktober 1967 / „Scheiterhaufen“ – Ökonomie, Literaturmessen und die Organisationsfrage. Ein belebendes Messe-Spektakel – Andere Messen – „Literaturproduzenten“ – ‚Politik‘ ‚Anarchie‘ ‚Buch‘: Die „Polizeimesse“ 1968 – „ … dann in Erkenntnis ihrer Niederlage“.

VI. ‘Positionen‘, Wirkungsentwürfe, Schreibweisen in der Leere 1967-1969: Bündnisrede- Irritationen: „Ach so, nein nein … soso Vietnam aha …“ – Die kleine literarische Spur der ‚Konkreten‘: „ … wieder mit leeren Händen – Die kleine Spur in der Differenzierung der Öffentlichkeit – „Was ist denn nun eigentlich wirklich hier los?“ – Keiner weiß mehr 1968.

VII. “Ornamente der Leere“. Die Ohnmachtsdebatte 1966-1969: Herbst 1966. „Das ist unser Krieg“ – Ohnmacht im Schutz des Literaturbetriebs – Herbst 1967. Die radikale Frage – Prominente Schriftsteller 1968. „Was sind das für Leute?“ – Weder noch. „Energiebilanz des Gehorsams“.

VIII. ‘Danach‘. Zur Dialektik des Scheiterns: Das philosophische Problem der Negation – Das ästhetische Problem – Scheinfragen und Fragen – „Aktionistische Dynamik“ 1 – „Aktionistische Dynamik“ 2: Paris sprachlos? (Exkurs) – Erschrockenes Denken (Adorno).

 

Mißachtung und Tabu. Eine Streitschrift zur Frage: „Wie antisemitisch war die Gruppe 47?“ (Philo 2003).

 

Kleine Schriften:

Literatur und Fahndung – Über den Beitrag der Literaturwissenschaft zur Zerstörung ihres Gegenstandes (1981, „Karl Marx-Uni Trier).

Mikroanalyse der Gewalt / ‚Polizeirealismus’ (1978).

Fragment über „Politische Lyrik“. Ein antipoetischer Versuch (41984, und in „Unmittelbar“).

„1968“. Debatten im logischen Raum. Ein Versuch (1989). ( = „Unmittelbar“ Seite 316).

Widerstand als tätige Erinnerung : Uwe Johnson und Peter Weiss (1992).

Ingeborg Bachmann, Paul Celan. Ihr (Nicht-)Ort in der Gruppe 47 (1952-1964/65). Eine Skizze (1997).

Shoah 1938? Essay in: Ernst Wiechert, Der Totenwald (Suhrkamp, 2007).

Rezension zu Jens-Fietje Dwars, Und dennoch Hoffnung. Peter Weiss. Eine Biographie (Deutschlandfunk 2007).

„Spiegelgeschichte“ in der Nähe des Kinos –  Zwei Personen am Aspangbahnhof in Wien [Ilse Aichinger und Hans Werner Richter]. Ein historischer Entwurf zu Ilse Aichingers emblematischem Verfahren (2011).

 

Interviews:

Zum Napoléon-Jahr, „Hitler zum bösen Eroberer geschönt“ („taz“ 19.04.2006)

Zu Günter Grass’ SS-Vergangenheit, „Auf wen hat er ´keinen Schuß abgegeben`?“ (stern-online, 18. August 2006)

Zu Grass’ Anti-Israel-Gedicht / Ein Gedicht nach Auschwitz („konkret“ 5/2012).

 

Video:

Podiumsdiskussion: Exil und Exilforschung: Aspekte ihrer Aktualität

 

 

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